Einsteiger-ABC
Das sollten Sie wissen:
Abwasser/Fäkalien:
Nie in freier Natur entsorgen, sondern Entsorgungsstationen anfahren. Abwasser- und Fäkaltank: Ein zum Ablaßstutzen passender Verlängerungsschlauch überbrückt kurze Entfernungen zur Entsorgungsstelle.
Fäkal-Cassetten lassen sich - nie mit giftigen, chemischen Produkten arbeiten - mit Genehmigung auch im WC einer Tankstelle oder Raststätte entleeren. Wenn überhaupt, dann nur umweltfreundliche Produkte (Blauer Engel) als Zusätze verwenden.
Batterie:
Die Lichtmaschine lädt während der Fahrt die Starterbatterie des Fahrzeugmotors; über ein automatisches Ladegerät auch die Bordbatterie des Wohnaufbaus. Je nach Ladegerät bekommen die Batterien außerdem an jedem 230-V-Außenanschluß neuen Saft. Ist die maximale Spannung erreicht, schaltet das Ladegerät automatisch ab. Um längere Zeit autark zu sein, empfehlen sich Solarzellen als Stromlieferant auf dem Reisemobildach.
Boiler:
Wird mit Gas, teilweise zusätzlich auch mit Elektropatrone, betrieben, liefert zwischen zehn und 14 Liter heißes Wasser. Heute meist in Heizung integriert.
Bordwerkzeug:
Wagenheber, Radkreuz, Schraubendreher und -schlüssel, Zangen, Hammer, Isolierband, Ersatzglühbirnen für Fahrzeug und Aufbau, Schrauben und Schellen in verschiedenen Größen, Klappspaten.
Gas:
Im Mobil wird für den Herd, den Kühlschrank und das warme Wasser ein Flüssiggas verwendet, ein Gemisch aus Propan und Butan, abgefüllt in 11-Kilogramm-Flaschen. Graue Flaschen tauscht jede Gasfüllstelle, rote werden gegen Pfand ausgegeben und können nur an der Ausgabestelle getauscht werden.
Im Ausland:
Das Euro-Füll-Set ermöglicht durch Adapter, daß deutsche Flaschen gefüllt werden können oder auch deutsche Regler auf fremde Flaschen passen.
Heizung:
'Vorwiegend Gas-Umluftheizungen: Heizkörper erwärmen die Umluft, die durch ein Schlauchsystem mit Austrittsöffnungen in den gesamten Wohnaufbau geleitet wird. Achtung: Vor dem Einschalten die Schutzkappe der außenliegenden Abzugsöffnung entfernen, sonst entsteht ein Warmluftstau, der die Heizung automatisch abschaltet.
Herd:
Seine Zündsicherung verhindert, daß Gas ausströmt, sobald die Flamme ausgeht. Um die Gasflamme vor dem Kochen zu entzünden, müssen Sie diese Sicherung überwinden. Deshalb Regulierknopf einige Sekunden drücken und dann erst die Flamme entzünden.
Kühlschrank:
Überwiegend Absorber-Kühlschränke, die mit Gas (autark auf einem Stellplatz), 12 V (während der Fahrt) oder 230 V (auf Campingplätzen) betrieben werden. Auf die jeweilige Betriebsart schaltet bei teuren Modellen eine Automatik um. Ältere Modelle müssen manuell umgestellt werden. Bei Gasbetrieb Einschaltknopf rund zehn Sekunden drücken (siehe Herd).
Tempolimit:
Für Reisemobile mit bis zu 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht gelten die Pkw-Richtlinien, für Fahrzeuge darüber die Lkw-Bestimmungen (z. B Tempolimit von 80 km/h und Überholverbotszonen oder Durchfahrtsverbote für Lkw).
Verkehrsschilder:
Hinweise und Angaben zu Durchfahrtshöhen- und breiten vor Unterführungen, Tunneln oder Zahlstellen sowie Gewichtsbeschränkungen vor Brücken unbedingt beachten.
Merkhilfe:
Gut sichtbar im Cockpit einen Zettel mit allen nötigen Angaben zum Mobil befestigen.
Versicherungen:
Ratsam sind Vollkaskoversicherung, Auslandskranken- und Verkehrs-Rechtsschutzversicherung. Als überflüssig erweist sich in aller Regel eine Reisegepäckversicherung.
Zuladung:
Die Differenz zwischen Leergewicht und zulässigem Gesamtgewicht ist die Zuladungskapazität. Wichtig: Neben Ihrem Gepäck und Ihrer Ausrüstung gehören zur Zuladung das Gewicht der Besatzung (außer dem Fahrer), alle Zubehörteile wie Dachgepäck- und Fahrradträger, Markisen, Leiter und schließlich das Gewicht des gefüllten Wassertanks und der beiden vollen Gasflaschen. Für die Verteilung dieses Gewichtsvolumens gilt: Alles Schwere nach unten, alles Leichte nach oben. Beachten Sie außerdem die Einhaltung der Achslasten. Bei Frontantrieblern darauf achten, daß Schweres im Heck nicht die Vorderachse entlastet und so die Traktion verschlechtert. Zur Kontrolle des Gesamtgewichts und der Achslasten sollten Sie vor Urlaubsantritt zu einer öffentlichen Wiegestelle fahren (Kiesbetrieb, TÜV).
Quelle: "REISEMOBIL INTERNATIONAL" 03/99, die Monatszeitschrift für Wohnmobil-Fans.
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