geschrieben von silberruecken am Sonntag, 3. September 2006 12:09 Uhr
Als Antwort auf : "Re: Unser WoMo-Profil, Sept. 2006 /2":
@dm:
Danke dm für deine fundierte Replik
* Freizeit oder Wohnen
Da beklage ich die gleichen Unzulänglichkeiten das real existierenden WoMo-Markts. Toll wäre natürlich dein Weg, das eigene Zuhause selber zu bauen. Leider ist mein Leben zu kurz dazu, vom zu erwartenden Aufwand mal abgesehen.
Diesen Sommer haben wir die untere Grenze unserer Bedürfnisse hinsichtlich Wohnungsstandard realistisch ausgelotet: mit 5.5m Hymer die polnische Ostseeküste hoch und durch die Masuren (sehr empfehlenswert übrigens, sagenhafte Strände....). Dabei haben wir laufend erörtert, wie dies und das wohl auf Jahre hinaus zu erleben wäre.
Fazit: so kurz geht es dann doch nicht auf die Länge, wenn die Mobilität auch top war (beweglich, wendig, unter 8 Liter, konnte sogar mit den polnischen Verkehrsbräuchen mithalten).
Klar ist, wir können das WoMo nicht nach unseren Wohnansprüchen richten, sondern müssen umgekehrt die Ansprüche dem Fahrzeug anpassen.
Was konkret wohl heissen wird:
- Schlafplätze auch für 2 Gäste, somit ergeben sich 2 ganz passable Betten, wenn wir allein reisen; und für die Wochen zu viert rücken wir zusammen oder ich schlafe im Vorzelt, wenn wir stationär sind.
- Maschinerie auf das absolute Minimum reduzieren: gewaschen wird auf Campingplatz oder in einem entsprechenden Selbstbedienungsladen, Handbetrieb statt Geschirrspüler, Mikrowelle oder kleiner Backofen nur falls innerhalb Gewichtslimite, ganze Multimedia findet mittels Laptop und iPod+Minilautsprecher statt.
* Dem Klima entlang
In einem ausführlichen Erfahrungsbericht einer mehrjährigen WoMo-Reise habe ich als Quintessenz gelesen: Wenn ein WoMo geheizt werden muss, steht es am falschen Ort. So weit möchte ich zwar nicht gehen, aber das Heizen doch nur für Notfälle (überraschender Wetterumschwung, kurze Übergangszeit) vorsehen. Ansonsten ziehen wir mit den Zugvögeln, Norwegen eher im Sommer, Marokko eher im Winter. Und Odlo ersetzt manches Kilo Gasverbrauch.
* Wirtschaftlichkeit vor Komfort
Lange Zeit fand ich mich mit 7m oder 8m ab, inspiriert durch die eindrücklichen Nachbarfahrzeuge auf Stell- und Campingplatz. Doch auch hier sind Prioritäten hilfreich: Wollen wir das Geld für den Betrieb der Wohnung ausgeben oder für wünschbare Annehmlichkeiten im Alltag? Wir entschieden uns für letzteres. Im Extremfall können happige Betriebskosten die Mobilität drastisch einschränken, was ja wohl kaum wünschbar sein kann.
Wir waren in Nordamerika mit PW und Zelt unterwegs, entsprach unseren damaligen Bedürfnissen und funktionierte hervorragend – möchte heute allerdings doch etwas mehr „Zuhause“ um mich herum haben.
* Fixkosten und Grenzkosten tief halten
Die Schallgrenze 3500 hinsichtlich Versicherung und Fahrzeugsteuer kennen wir alle. Aber auch die Grenzkosten wuchern mit jedem zusätzlichen Zentimeter und jedem zusätzlichen Kilo, Beispiel Fähren oder Maut. Auch hier möchte ich wünschbare Möglichkeiten nicht verbauen.
silberruecken
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