geschrieben von Gerhard Tetzlaff am Samstag, 13. Mai 2006 18:05 Uhr
Als Antwort auf : "Re: Batteriekonfiguration richtig?":
Hallo Hans!
Du schreibst (ich will Josef nicht noch einmal soviel Arbeit machen):
habe jetzt nochmal nachgesehen. Also für die tests im Labor habe ich im letzten Jahr einige Kabel mit gequetschten Schellen hergestellt, ohne Löten. Habe mal eine Zugbelastung gemacht, sitzt bombenfest.
GT: Das ist wie mit den Lüsterklemmen: jahrzentelang haben wir die feinen Drähte verdrillt und verschraubt und nichts Negatives ist je passiert. Du weißt, eine gewisse Solgfalt ist dabei unerläßlich. Sollte eine Generation von Elektromeistern unfähig gewesen sein, ihren Lehrlingen das Verbinden von Adern mittels Lüsterklemmen beizubringen, oder sind Adernendhülsen das Steckenpferd einiger Elektroingenieure?
Bei den feinadrigen (Fachterminus: feinstdrähtigen) Leitungen, die entweder aus dem Car-HiFi-Bereich kommen oder als Schweißleitungen gehandelt werden, sind die einzelnen Drähtchen fragil, in einer direkten Lötflamme kräuseln die sich zusammen, nach ein paar Jahren der Oxydation bestehen sie zu mindest an der Oberfläche aus Grünspan.
Hans:
Dann habe ich im Womo nachgsehen, da sind die Schellen gequetscht und satt verzinnt. Nun habe ich aber zusätzlich einen abdichtenden Schrumpfschlauch (innen mit Kleber) über die Schelle und die ersten 3 bis 4 cm Kabelisolation geschrumpft.
Was hältst Du von der Theorie, dass eine Korrosion dort nicht stattfindet weil die Verbindungsstelle luftdicht abgeschlossen ist?
GT: Der Schrumpfschlauch hat zwei positive Wirkungen: 1. Er verlangsamt die Oxydation, er dichtet ab, ohne zusätzlichen Sauerstoff kann auch im sauren Millieu des Flußmittels keine Oxydation weitergehen. 2. Er stailisiert die kritische Stelle, das Ende des Lötzinns an den feinen Drähten rein mechanisch. Ich hatte diese Stelle vom Kabelschuh bis über die Leitungsisolation nur mit (PVC-?) Klebeband isoliert. Was aus dem Übergang zwischen "satter Verzinnung" und "nackten Feinstdrähten" wird, richtet sich nach der weiteren mechanischen Belastung dieser Stelle.
Ich tue mich schwer zu erläutern, was ich meine; aber es ist ein (sicherheitsrelevanter?) Unterschied, ob die Gesamtheit der feinsten Drähte in sich elastisch oder zumindest gegeneinander verschieblich die Kante des Kabelschuhs im guten Verband überwinden, oft wird wegen Raumnot eine dicke Leitung (35 mm2) gleich danach geknickt oder etwas auf Zug verbaut, oder ob nach hinter einer Verlötung versprödete Feinstdrähte (nicht gegeneinander verschieblich bei Beugung, daher) stark unterschiedlich belastet werden und zumindest weiter außen und oft einseitig brechen.
Hans:
Ich sollte mal eine Widerstandsmessung machen an den Kabelschellen, um zu sehen wie gross der Innenwiderstand ist.......
GT: Sachgerecht gecrimpte Leitungen dürften keinen nennensweren Übergangswiderstand an der Grenzfläche Kupferdrähte - Kabelschuh haben, aber an der Verschraubung sieht die Sache anders aus: Viele Kabelschuhe haben zu große Löcher, z.B. 10 Loch und 8er Bolzen und wer hätte eine solche Kombination nicht schon bedenkenlos verschraubt? Nun will ich den Sinn einer Widerstandsmessung nicht in Frage stellen, daraus lassen sich Spannungsabfall, Verlustleistung und Erwärmung bei einer angenommenen Höchstbelastung, immer noch passend zum Querschnitt des Kabels, errechnen. Wenn man aber in Sorge ist, ob die realen Verbindungen in Ordnung sind, kann man sie auch praktisch mit dem größten Verbaucher (etwa Wechselrichter und Haarfön viel länger als im normalen Gebrauch) beaufschlagen und nach Erwärmungen an den Verschraubungen suchen. Die Berührungsflächen von Unterlegscheiben und Kabelschuhen sind oft nur kleinflächig.
Mitunter ist es ja garnicht die elektrische Verlustleistung, sondern die des Motors, die ein Kabel länger andauernd erwärmt. Die letzten 10 cm zum Magnetschalter des Anlassers ist eine 35mm2 Leitung mit der Zeit völlig angebraten worden durch die Strahlungshitze des Auspuffs. Der Kabelschuh am Magnetschalter würde - falls ausschließlich gelötet - sich selbst auslöten können und seine nicht abgesicherte Leitung frei flottierend an den Auspuff gelangen können...
Ausgangspunkt meiner Betrachtung war die Bemerkung, daß Kabelschuhe hohe Übergangswiderstände aufweeisen können, von Ronald...
Gern wünsche ich ebenfalls ein schönes Wochenende
Gruß Gerhard
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