Ladeendspannung wird bei geringerem Strom erreicht
geschrieben von
egn
am
Dienstag, 11. Oktober 2005 08:10 Uhr
Als Antwort auf : "Re: Interessante Lektüre! Aber verwirrend ;-)":
| Manfred Hack : |
daß eine Batterie mit zu geringer Ladespannung wirklich vollgeladen werden kann, ist mir neu, aber "man" lernt ja nie aus
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Wenn der Ladestrom sinkt dann reduziert sich der Spannungsabfall und die Ladeendspannung stellt sich ein. Auch sonst steigt die Ladespannung nicht schlagartig auf die Ladeendspannung sondern nur allmählich an. Der Widerstand der den Spannungsabfall verursacht wirkt im Prinzip als zusätzliche Strombegrenzung. Das ist dann gerade so als wenn Du statt mit einem 40 A Ladegerät nur mit einem 30 A Ladegerät laden würdest. Die Differenz wird in der Leitung verheizt. Das Laden dauert länger, die Ladeendspannung an der Batterie bleibt bei ausreichend langer Absorptionsphase aber gleich.
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Im Umkehrschluß würde dies bedeuten, man brauchte die Schlußspannung einfach auf sagen wir mal 13,7 Volt zu begrenzen und dann brauchte man auch keinen Thermofühler mehr...
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Völlig falsch! Die Ladeendspannung an der Batterie ändert sich durch einen etwas erhöhten Widerstand der Verbindungsleitung zwischen Ladegerät und Batterie nur unwesentlich wenn die Absorptionsphase ausreichend lange ist.
Wie hoch ist denn noch der Spannungsabfall am Ende der Absorptionsphase wenn bei voller Batterie nur noch ein minimaler Strom fliesst?
Welche Spannung liegt denn dann am Schluss an der Batterie an?
Das Argument dass eine Batterie nicht richtig voll wird wenn ein großer Spannungsabfall zwischen Ladegerät vorhanden ist, kann man immer wieder lesen. Das liegt aber dann nicht daran dass die Ladeendspannung an der Batterie zu niedrig ist, sondern daran dass es wegen der Leitungsverluste einfach länger dauert die gleiche Energiemenge in die Batterie zu laden. Wenn das Ladegerät die richtige Ladeendspannung hat dann stellt sich diese bei ausreichend langem Ladevorgangs auch immer an der Batterie ein.
Davon abgesehen bekommt man eine Batterie auch mit 13,7 V voll - wenn man nur genug Zeit hat. Viele Batterien in Standby-Anwendung werden über viele Jahre bei solchen Spannungen geladen und halten dann auch 15-20 Jahre. Der chemische Vorgang des Ladens läuft auch bei einer Spannung unter 14 V ab, nur viel langsamer. Solange überhaupt noch ein Ladestrom fliesst wird die Sulfatschicht abgebaut. Ist diese vollständig abgebaut wird nur noch Elektrolyse betrieben.
Da wir die Batterien im Campingfahrzeug im Zyklusbetrieb benutzen und nicht viele Tage Zeit haben bis sich die Sulfatschicht in allen Zellen wieder vollständig aufgelöst hat, müssen wir mit höherer Spannung laden um bei konstantem Innenwiderstand der Batterie mehr Energie in der kürzeren Zeit umzusetzen. Desweiteren führt längeres Laden mit höherer Spannung auch dazu dass sich alle Zellen in einer Batterie innerhalb akzeptabler Zeit völlig von ihrer Sulfatschicht befreien und sich dadurch der Ladezustand der Zellen angleicht (Ausgleichsladung). Dies verhindert dann im nächsten Vollzyklus dass eine oder mehrere Zellen zu tief entladen werden und die zellen immer weiter auseinanderdriften bis es zu einem Ausfall kommt.
Dies ist nicht ohne Nachteile da höhere Ströme zwangsläufig zu höherer Plattenkorrossion führen. Die entstehenden Gasblasen reißen Teile der aktiven Bleimasse mit, die sich als Schlamm unten ablagern. Die Folge sind Kapazitätsverlust und möglicherweise Zellenschlüsse.
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Also ich hab da so meine Zweifel...
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Ich hoffe ich habe Deine Zweifel ausgeräumt.
Gruß
Emil
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