geschrieben von Ulf am Mittwoch, 20. Juli 2005 13:07 Uhr
Als Antwort auf : "SL3002 zündet durch...":
Hallo....
ich beschreibe dir mal die entsprechende Funktion bei einem Kühlschrank. Das Prinzip der Taktfolgezündung und der Überwachung ist das Gleiche.
Der Reigniter ist ein elektrisch betriebener Wiederanzünder, der mit einer Versorgungsspannung von ca. 8-24 V (herstellabhängig) arbeitet und über eine Elektronik eine Zündspannung erzeugt, welche über ein Zündkabel zur Zündkerze geleitet wird und ausströmendes Gas entzündet. Der Wiederanzünder wiederholt automatisch diesen Vorgang, bis über eine "Rückmeldung" an die Elektronik signalisiert wird, dass die Flamme vorhanden ist. Dieser Vorgang wird auch als Taktfolgezündung bezeichnet.
Die Rückmeldung besteht aus der Erfassung der „Ionisierung“ im Umgebungsbereich der Flamme. Anders ausgedrückt: Über einen Draht (Fühler) der elektrisch isoliert von der Masse am Brenner angebracht ist, wird eine el. Spannung (bei Ionisierung) abgenommen und in der Elektronik ausgewertet. Kommt über diesen Sensor keine Rückmeldung „Flamme brennt!“ arbeitet die Taktfolgenzündung ständig weiter (je nach verbauter Elektronik (AES) kann es auch zu einer Abschaltung der Zündung nach der Zeit x kommen). Spätestens aber dann, wenn das Thermoelement keine Thermospannung mehr liefert bzw. der Reigniter keine Spannung mehr liefert – wird das Gasventil (max. 60 Sec.) geschlossen – eine erneute Zündung muss nun „von Hand“ erfolgen.
Störungen treten dann auf, wenn z.B. Verschmutzungen zwischen dem „Draht“ und der Masse auftreten. Dadurch wird die sehr geringe Spannung zur Masse abgeleitet (Kurzschluss), die Elektronik bekommt keine Rückmeldung und das Zündgerät zündet und zündet und….
Also mal den Brenner, Zündkerze und Flammenüberwachung reinigen. Das geht mit Druckluft recht gut. Weiter hilft auch ein Glasfaserpinsel oder eine kleine Messingbürste. Die Fühlerleitung auf Unterbrechung prüfen. Kabel der Zündsicherung auf festen Sitz prüfen.
Zur Zündung muss der entsprechende Knebel gedrückt werden. Es kommt vor, dass der betätigte Zündknebel schon gegen die Bedienblende drückt, aber der eigentliche Kontakt durch die Schalterachse noch nicht betätigt wird. Mögliche Abhilfe: Den Knebel abziehen und eine geeignete „Füllung“ (z.B. eine kleine Mutter) in den Knebelschaft legen. Damit vergrößert sich der Abstand zwischen Knebel und Blende.
Das ist auch schon alles. Keinerlei Gewalt anwenden, keine Gasverschraubungen lösen! Hilft dies nicht, wende dich an den autorisierten Kundendienst.
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