Ich glaube hier kommen mehrere Faktoren zusammen:
Es steckt bei den meisten Leuten im Kopf dass die Batterien unzuverlässig sind. Dies liegt hauptsächlich daran, dass ja auch beim normalen Auto die Batterie nach 4-5 Jahren den Geist aufgibt. Die Begründung die man dann von den Werkstätten hört ist, dass das halt so ist. In Wirklichkeit liegt es an der billigen Ladetechnik in den Fahrzeugen die sich vom Prinzip her seit mehr als 50 Jahren nicht verändert hat. Die Autohersteller haben wenig Interesse daran etwas zu ändern da das die Fahrzeuge etwas verteuern würde. Wer mal Kalkulationen von Fahrzeugen gesehen hat was dass hier um jeden Cent der eingespart werden kann gefeilscht wird.
Bei den meisten Womo-Nutzern ist auch das technische Verständnis nicht sehr ausgeprägt. Das ist auch nichts Negatives. Nicht jeder interessiert sich dafür. Aber das Problem dabei ist, dass dieses mangelnde Verständnis dann von Verkäufern ausgenutzt werden kann um nach und nach weitere Produkte verkaufen kann. Ich bringe hier immer wieder gerne das Beispiel mit dem Kompressorkühlschrank. Die hervorragenden Kühleigenschaften des Kompressorkühlschrankes braucht in der Regel nur jemand der längere Zeit bei Temperaturen deutlich über 35 Grad unterwegs ist. Moderne Absorberkühlschränken haben auch bei hohen Temperaturen eine gute Kühlleistung wenn sie richtig eingebaut wurden und eventuell noch der Kondensator mit Lüftern gekühlt wird. Da wird den Leuten als der teuerere Kompressorkühlschrank empfohlen. Natürlich muss dieser auch ausreichend mit Strom versorgt werden und deshalb muss mindestens noch 150 W Solar montiert werden damit er wenigstens im Sommer unabhängig von der Steckdose betrieben werden kann. Selbst dann gibt es Schwierigkeiten mehr als 3-4 Tage zu überbrücken weil halt nicht immer das Wetter so toll ist. Für Wintercamping wird dann noch ein Generator angeschafft weil die Stromversorgung schnell ganz zusammenbricht. Immer kann der Verkäufer noch was zusätzlich verkaufen. Und nach 2-3 Jahren wird auf jeden Fall eine neue Batterie fällig weil sie mit den billigsten Ladegeräten geladen, und wegen nicht ausreichender Größe immer wieder mal tiefentladen wurde.
Ganz generell müsste der Verkäufer viel genauer die Nutzungsgewohnheiten seiner Kunden abfragen und daraus ein massgeschneidertes Konzept entwicklen. Nur ist er selbst dazu nicht in der Lage. Und auch die Industrie selbst verkauft ihre Wohnmobile mit einer Standardausstattung die eine Autarkie nur für die paar Tage Anreise zu einem Campingplatz gewährleistet. Auf dem Campingplatz wird sowieso der Stecke in die Steckdose gesteckt, anderfalls wäre der Betreib vieler der an Bord befindlichen Geräte sowieso nicht möglich.
Ich ernte immer wieder mal Unverständnis wenn ich meinen Verzicht auf den Stromanschluss auf dem Campingplatz erkläre und so dem Betreiber die Strompauschale von 3+ Euro/Tag entgeht.
Gruß,
Emil
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