Beide Angaben sind meiner Meinung nach für unseren Anwendungszweck falsch, teilweise in der verkürzten Form sogar gefährlich. Dies liegt aber möglicherwiese auch daran, dass diese Werte für einen bestimmten Einsatzbereich und für eine spezifsche Ladekennlinie verwendet wurden.
> Blei-Säure-Batterien:
> 14,4V Ladespannung (2,4V pro Zelle).
Ist zu niedrig, sollte rund 14,8 V betragen damit die Zellen bei jeder Vollladung einen Ladungsausgleich erhalten.
> 13,8V Erhaltungsspannung (2,3V pro Zelle).
Die ist zu hoch, zumindest für längere Zeit da dabei die Platten korrodieren und sich die Lebensdauer erheblich verkürzt. Typischerweise würde man 1-2 Tage mit 13,6 V weiterladen und dann eine reduzierte Erhaltungsladung bei 13 V verwenden oder das Ladegerät ganz abschalten.
> 16,2V Gasungsspannung (2,7V pro Zelle).
> Gasung 1 x / 24h wg. Säuremischung und Sulfatierung der Platten.
Dies ist extrem gefährlich. Ohne Messung der Temperatur und Strombegrenzung kann es zur Zersttörung der Batterie kommen. Dabei würde ich bei regulären Batterien nie über 16 V gehen. Diese Werte sind eher was für zyklenfeste Gabelstablertraktionsbatterien.
> Entnahme nicht mehr als 50 Prozent der Kapazität wg. Sulfatierung. Grundsätzlich wird für Bleibatterien kein Entlader benötigt.
Man die Batterien durchaus bis zu 80 % entladen wenn sie bald wieder aufgeladen werden.
> Blei-Gel-Batterien:
> 13,8V Ladespannung (2,3V pro Zelle).
Das kann man für Standbyanwendungen machen. Für eine zyklische Anwendung sollte man mit 14,2 - 14,4 V laden.
> 13,5V Erhaltungsspannung (2,25V pro Zelle).
> 14,1V Gasungsspannung (2,35V pro Zelle).
Bei Gelbatterien möchte muss man das Gasen vermeiden. Bei Spannungen unterhalb von 14,4 V ist das Gasen zu vernachlässigen . Die Rekombination findet dabei innerhalb der Batterie statt.
> Laden mit I ca. 1/10 der Nennkapazität.
> Konstantspannungs-Ladung mit Strombegrenzung.
Gelbatterien sind eher mit höheren Strömen zu laden. Bis 30 % gibt es in der Regel kein Problem.
> Entladespannung der Einzelzelle auf ca. 1,8V begrenzen.
Die minimale Entladespannung ist immer abhängig von der Höhe des Entladestromes. 1,8 V ist ok für Ströme von C/10, bei niedrigeren Strömen sollte die Spannung höher sein.
> Unempfindlich gegen Tiefentladung, sollten aber sofort wieder aufgeladen werden.
Auch Gelbatterien sollte man nicht tiefer als bis etwa 20 % entladen.
Es ist schwer pauschale Werte zu nennen da sich nicht nur die Batterien innerhalb der Klassen je nach Hersteller unterscheiden sondern auch bedingt durch den Anwendungszweck unterschiedliche Parameter nötig sind. Mein Werte beziehen sich auf den Zyklenbetrieb typischer Batterien. Wichtig ist, dass alle Spannungen temperaturkompensiert werden müssen.
Unter http://www.victronenergy.com/BookRVA/ElectricityonBoard.pdf findest Du eine Unmenge von Grundlageninformation zu Batterien.
Viel Spass,
Emil
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